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dokumentation

   
              
Warum photographische Dokumentation?

Vor 40 Jahren hätte es einfach nur Photographie geheißen.

Damals entstanden Fotos in der Kamera. Das Bild war - in aller Regel - im Moment des Auslösens fertig. Man konnte sich - in aller Regel - darauf verlassen, daß es die auf dem Foto zu sehende Szene wirklich gab - oder zumindest kurzzeitig einmal so gegeben hatte. Ein Foto war immer eine Dokumentation eines Momentes der Wirklichkeit. Nun ja, nicht immer, aber doch meistens. Wenn etwas an einem Foto nicht stimmte, nicht echt, nicht Dokumentation war, dann war es fast immer ein Fehlen. Hin und wieder fehlten auf Fotos Dinge oder Personen, die im Moment der Aufnahme noch vorhanden waren. In von hier aus eher östlich gelegenen Staaten mit sehr klaren politischen Verhältnissen verschwanden regelmäßig in Ungnade gefallene Politiker aus Gruppenbildern, in eher westlich gelegenen Staaten verschwanden regelmäßig Raketensilos und andere Abschussanlagen aus Luftbildern. Aus Werbebildern verschwanden störende Spiegelungen des Assistenten oder einzelner Lampen und aus Landschaftsbildern regelmäßig Touristen, Hochspannungsleitungen, Werbeschilder und manchmal eine Wäscheleine. Das war es dann aber auch schon. Es wurde hin und wieder etwas gelöscht, etwas weg retuschiert. Hinzugekommen ist nur sehr sehr selten etwas. Der Aufwand aus mehreren Bildern oder Bildelementen ein Bid zu erstellen war zu groß - und daher auch großen Organisationen mit großen Interesen vorbehalten (die NASA soll recht aktiv gewesen sein...).

Bilder waren Dokumente, Dokumentationen eines Augenblicks, einer kurzen Verschlußöffnung.

Heute sind Fotos meist Kunstwerke, künstliche Werke.
Manchmal sind es auch künstlerische Werke - aber das waren die "alten Fotos" mindestens genausooft auch.

Das Foto, das heute als nachahmenswert angesehen wird, ist meist eine Komposition aus mehreren Fotos oder zumindest ein Foto, das so stark bearbeitet wurde, daß es mit der Aufnahme beim Schließen des Verschlusses nur noch sehr wenig zu tun hat.
Fotos haben ihren Dokumentationscharakter verloren.

Ein großer britischer Verband von professionellen Fotografen, in dem ich selbst Mitglied bin, wählte eine Kollegin zur Fotografin des Jahres 2016 (Overall Photographer of the Year 2016) aufgrund eines Bildes, das sie aus 6 Einzelbildern zusammengesetzt hat. Es dauerte, nach ihren angaben, circa 30 Stunden das Bild zusammenzusetzen, es besteht aus 50 Inhaltsebenen, 24 Einstellungsebenen und 57 Maskenebenen. Bei einer Größe von 10000 x 7800 Bildpunkten ist es als Arbeitsdatei in Photoshop 8.1 GB groß. Zum Vergleich: ein Bild mit dieser Zahl an Bildpunkten und einer Farbtiefe von 48 Bit, hat als Photoshop Datei an sich einen Größe von 457 MB, also 1/17 der Größe.
Das Bild ist schön, es ist wirklich gut gemacht, es ist lustig, es ist überraschend, es läd zum Hinschauen ein. Für mich ein wirklich gutes Bild, nur eines eben nicht: es ist kein Foto.
(Für die, die es interessiert: Es handelt sich bei dem Bild um die Katze mit dem Goldfischglas über dem Kopf aus der Serie "Animal Antics" von Tracy Willis, hoffentlich noch immer zu finden auf Ihrer Internetseite. Die Katze hatte nie das Glas (Austellungsstück eines Zoogeschäftes) über dem Kopf und saß nie in dieser Küche (Museum), ebenso die Maus. Die Arbeitsplatte ist nicht in der Küche und das Wasser ist Glycerin. Die Katze saß auch nie auf dieser Arbeitsplatte und auch nicht in dem Glycerin. Der Goldfisch (lebt im Zoogeschäft) hat weder Katze noch Maus (Tracys Haustier) je kennengelernt und war nie in dem Glas. Die Arbeitsplatte war nicht naß und sowohl Katze wie auch Glas haben an sich eine ganz ander Form. So naß war die Katze auch nicht, das war ein altes Kleidungsstück aus Fell mit ähnlicher Farbe...)
            
Wenn es also normal geworden ist, daß Fotos "gephotoshopt" - ein speziell für diesen Sachverhalt geschaffenes neudeutsches Wort - werden, daß Fotografie nicht in der Kamera, sondern beim Profi am Computermonitor und beim Normalbürger am Smartphone stattfindet, daß Fotos Werke der Bildbearbeitung, nicht mehr des Lichts auf der lichtempfindlichen Schicht sind, dann braucht diese andere, "alte" Art der Photographie einen anderen Namen. Solange der nicht gefunden und allgemein eingeführt ist, halte ich "Photographische Dokumentation" für eine gute und passende Beschreibung.
  
Ich photographiere analog, auf Film. Das Bild wird durch das Objektiv einen kurzen Moment auf die lichtempfindliche Schicht des Films projiziert. Dort führt es zu Reaktionen, die später, außerhalb der Kamera, mit Hilfe diverser Chemikalien ein sichtbares und relativ haltbares Bild auf dem Film hervorrufen.
Dieses Bild kopiere ich mit einem Scanner als Datensatz in die digitale Welt des Computers.                
            
           
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digitale wahrheit

          
         
Photographische Dokumentation - Photographischer Beweis
          
Dokumentation: Ausdruck von etwas, Zeugnis, anschaulicher Beweis - heißt es im Duden. Genau darum geht es hier, etwas anschaulich zu beweisen, zu zeigen.

Der Mensch sieht seine Welt, er ist einsichtig, wenn man ihm etwas zeigt, wenn man es ihm so zeigt, wie man selbst es sieht, wie man will, daß er es sieht. Die Schwierigkeit der photographischen Dokumentation liegt oft nicht im eigentlichen Photographieren, sondern im Sehen und im Sich-klar-werden, was man sieht und was man will, daß andere sehen sollen. Es geht dabei nicht nur um die Wahl des Bildausschnittes und der Blickrichtung, um die Frage ob man eine neutrale Farbstimmung oder das Licht des Raumes wiedergeben will, sondern um die Führung des Betrachters.
      
Das Gesehene im Bild festzuhalten, und das Bild als Dokument zu sichern und zu verwahren ist dann der letzte, enstcheidende Schritt. Archivsicherheit ist das Schlagwort, das nur allzuoft unterbewertet wird. Das Bild muß haltbar gespeichert werden. Haltbar gegen die Unbill der Umwelt und haltbar gegen die Unbill der Menschen.
            
      

  
  
Photographische Doklumentation - Digitale Wahrheit
       
"Photographische Dokumentation mit analogen und digitalen Verfahren", ist was ich eigentlich tue. E eine seltsame Bezeichnung. Für viele erscheint sie alt, veraltet in einem digitalen Zeitalter. Analoge Verfahren, Verfahren aus einer anderen, aus einer vergangenen Zeit. Das digitale Zeitalter hat bei mir vor Jahrzehnten Einzug gehalten, lange bevor die meisten Zeitgenossen überhaupt etwas von Digicams wussten, durfte ich mir schon Gedanken über digitale Datensicherheit und die Anwendung der besten Systeme aus beiden Welten, der digitalen und der analogen Welt, machen. Beide Welten, beide Systeme haben heute noch immer ihre Berechtigung. Mit Vernunft und Bedacht eingesetzt ergänzen sich die Systeme und ermöglichen Dinge, die keines von beiden alleine könnte.
           
Die alte Diskussion um die Auflösung der Digitalkameras oder ihren Dynamikumfang hat sich längst erledigt. Für die Monitorbetrachtung sind die Aufnahmen eines aktuellen Fotohandy mehr als ausreichend, ebenso für Drucke oder Fotobücher bis DIN A4. Für gute Drucke in Hochglanzmagazinen war schon vor Jahren die Bildqualität der digitalen Spiegelrefelxkameras spiegellosen Systemkameras mehr als ausreichend. Für ein Großplakat oder einen Kalenderdruck im Überformat werden die technischen Anforderungen - und damit der Preis - etwas höher, ein Problem stellen sie schon sehr lange nicht mehr dar. Im Zweiflsfall wechselt man - wie früher - zu einem Mittelformatsystem, heute allerdings zu einem digitalen. Auch hochauflösende Luftbildfotografie wird seit längerem digital ausgeführt. Nur noch Firmen, die sich den Umstieg auf die digitalen Systeme nicht leisten können oder wollen benutzen hier noch alanoge Systeme.
               
Für Presse, Veranstaltungsfotografie oder auch für die Aufnahme eines Schadens, sei es ein Autounfall, ein Einbruch, ein Sturmschaden oder ein Rohrbruch, ist ein digitales Aufnagmesystem ideal. Es ist schnell einsatzbereit, die Bilder liegen sofort nach der Aufnahme vor und sind in wenigen Minuten per Upload oder Email der Redaktion, dem Kunden, einem Schadensregulierer, Gutachter oder Handwerker zugestellt. Es geht keine Zeit "verloren". Die Schnelligkeit und sofortige Verfügbarkeit zusammen mit dem großen Dynamikumfang und der kompletten Automation des Aufnahmevorgangs bei sehr hoher Bildqualität sind die Argumente für digitale Systeme.
           
Ein zweiter Vorteil der digitalen Welt ist ihre Bearbeitbarkeit. Die Bilder liegen in einer Form vor, in der sie relativ problemlos bearbeitet, manipuliert, an die momentanen Anforderungen angepaßt werden können.
Diese Manipulierbarkeit ist auf der anderen Seite aber auch der Hauptnachteil der digitalen Systeme. Ein ungeschulter Beobachter erkennt die Manipulation eines digitalen Bildes schon lange nicht mehr. Ist die Manipulation gut gemacht, kann sie oft auch der Fachmann nur mit detektivischer Kleinarbeit und guter Rechnertechnik nachweisen. Mit Manipulation meine ich hier nicht die Veränderung der Farben oder ein Anheben des Kontrastes. Ich meine Bildverfälschungen: Das Hinzufügen oder wegretuschieren von Bildteilen. Den Ersatz der unbeschädigten Autotür duch die beschädigte aus einem anderen Foto, das Hinzufügen von Glasscherben neben der aufgebrochenen Terassentür, die Entfernung von Dellen und Kratzern auf einer historischen Münze. Noch gehen Gerichte viel zu arglos mit Fotos um. Noch gilt ein Foto per se als Beweis. In nicht allzuferner Zukunft wird man ein Foto nur noch dann als Beweis anerkennen, wenn man seine Herkunft und seinen Werdegang fälschungssicher nachvollziehen kann. In der digitalen Welt eine nahezu unerfüllbare Forderung. Sie glauben mir nicht? Sehen Sie sich im Internet ein Gigapixel-Panorama an und suchen Sie die Grenzen der mehr als 2000 einzelnen Fotos aus denen es zusammengesetzt ist. Ist es gut gemacht, werden Sie die Grenzen nicht finden, es ist wie ein Bild. Wenn dann 5 oder 10 dieser einzelnen Fotos nicht "echt" sind, sondern an einem anderen Tag entstanden als die restlichen, kann das zu ziemlichen Problemen für den Autofahrer führen, dessen Wagen man am Tag des Banküberfalles auf dem Bild direkt vor der Bank sieht - obwohl er in Wirklichkeit erst drei Tage später dort parkte... An gezieltes Einsetzten anderer Inhalte in eines der dort sichtbaren Wohnungsfenster möchte ich gar nicht erst denken...
                          
Der Nachweis, daß ein Foto "am Stück" entstanden ist und nicht nachträglich bearbeitet, manipuliert, wurde ist in der digitalen Welt oftmals praktisch nicht führbar. (Denen, die hier widersprechen gleich zur Antwort: Ja, in vielen Fällen ist er doch führbar, aber bei einer gut gemachten Manipulation nur durch Analyse der einzelnen Bildpunkte und ihrer Verteilung. Dazu sind Spezialprogramme mit einem großen Rechenaufwand in der Lage. Die Kosten solch einer Analyse eines einzelnen Fotos können sich schnell auf mehrere hundert Euro belaufen. Somit ist der Nachweis praktisch nicht führbar und wird nur für "große" Gerichtsverfahren Betracht gezogen...)
           
In der analogen Welt gibt es das Negativ oder das Dia. Sie sind entstanden im Moment der Belichtung. Eine Manipulation an diesem materiell vorliegenden Stück Film ist nachweisbar. Normalerweise mit einem Mikroskop mit geringer bis mittlerer Vergrößerung. Der Nachweis, daß ein Dia oder ein Negativ ein Duplikat ist, ist in aller Regel mit einem einfachen Mikroskop klar zu führen - außerdem ist die Herstellung eines guten Duplikates schon sehr schwierig. Eine dauerhafte Dokumentation, deren "Echtheit", deren Wahrheitsgehalt überprüfbar sein soll ist  das Gebiet für den Einsatz der anlaogen Verfahren.
             
Auch die Lagerfähigkeit und Auswertbarkeit spricht klar für die analogen Systeme. Es ist heute kein Problem ein über 100 Jahre altes Glasplattennegativ anzusehen, zu vergrößern und auszuwerten. In Millionen von Wohnzimmerschränken ruhen Milliarden von Fotos, Negativen, Dias, die man jederzeit ansehen, auswerten kann. Seit massenhafter Verbreitung von Digitalen Aufnahmesystemen nimmt die Zahl der nach 10 Jahren noch verfügbaren, verwertbaren Bilder stetig ab. Dies liegt zum einen an der Flüchtigkeit der Speichermedien (eine selbstgebrannte CD hat in der Regel eine Lebensdauer von weniger als 10 Jahren), zum andern aber auch am technischen Fortschritt: Viele Bilddateien werden auf den alten Rechnern und alten Sicherungsfestplatten vergessen, wenn man sich einen neuen Computer kauft. Bisher sind noch alle digitalen Bildformate von den großen Bildbearbeitungsprogrammen lesbar. Ob dies auch in Zukunft so bleiben wird, oder ob demnächst eine neue Betriebssystem- oder Programmversion einmal nicht mehr hunderprozentig abwärtskompatibel sein wird, weiß niemand. Alte Datenträger kann man mittlerweile schon oft nicht mehr lesen, weil die Lesegeräte fehlen. Erinnern Sie sich noch an Disketten,"floppy disks"? Es gab sie einmal in 8", 5,25" und 3,5". Heute findet man in historischen Geräten manchmal noch die kleine 3,5" Version. Die größern können noch ein paar EDV-Freaks oder Universitätsinstitute abspielen. Freunde der Videographie haben schon seit Jahren das Problem, daß sich nicht nur die Magnetbänder aus den 70ern, 80ern und mittlerweile auch die aus den 90er Jahren auflösen, sondern daß es auch für die damaligen Videorekorder keine Ersatzteile mehr gibt.
             
Daß ein derart primitives Gerät wie ein Diaprojektor einmal nicht mehr reparierbar sein sollte, kann sich wohl niemand vorstellen, der einmal einen alten Handwechsler von Leitz wie den Prado Universal oder einen moderneren Götschmann G67 gesehen hat. Diese Geräte kann jeder Feinmechaniker reparieren, die Ersatzteile werden im Zweifelsfall aus dem vollen Material neu gefräst. Und selbst ohne Projektor ist ein Dia oder Negativ immer mit einer Lupe vor einem hellen Hintergrund betrachtbar und auswertbar. Für die weitere Verarbeitung des Bildes ist es dann kein Problem ein solches haltbares Dia oder Negativ mit den jeweils aktuellen Methoden zu scannen, zu digitalisieren. Ist die Qualität des Scanners auf der Höhe der Zeit, wird das Ergebnis dem einer digitalen Aufnahme nicht nachstehen.
                          
         
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magenta
  
  
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So rein und klar wie die 6 Farben über diesem Absatz ist die Welt der analogen Bildaufzeichnung fast nie. So leuchtend und noch leuchtender ist sie schon seit vielen Jahrzehnten. Ihre Grauabstufungen sind schon seit über einem Jahrhundert feiner und fließender als es ein normaler Computermonitor wiedergeben kann.
                    
Die Umsetzung der analog aufgezeichneten Bilder in die digitale Welt ist eine Herausfordung der sich heute nur noch wenige Gerätehersteller stellen. Einer davon ist die Firma Hasselblad. Seit Jahrzehnten bekannt für professionelle Fotokammeras, sei es analog oder digital. Ich verwende einen Hasselblad Flextigt X1 Scanner zur Umsetzung meiner analogen Rollfilmaufnahmen in die digitale Welt. Mehr zu dem Scanner, der Scantechnik und den Scanpreisen finden Sie bei www.drumscan.de.
         
Meine analogen Rollfilmdias haben eine Bildfläche von bis zu 57 x 225 mm (Format 6x24 cm). Mit einer Auflösung von 3200 dpi gescant ergibt das als verwertbares Bild 7.000 x 28.000 Bildpunkte. Das sind in den beliebten Megapixeln ausgedrückt 196 Megapixel. Selbst eine Aufnahme im klassischen Rollei- oder Hasselbladformat 6x6 hat dabei schon 49 Megapixel und erzeugt einen Tonwertreichtum von dem viele Digitalkameras nur träumen können...
  
   
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